Journalisten sind nicht (unbedingt) zu beneiden. Zwar haben sie nach eigener Auffassung den „schönsten Beruf der Welt“. Gleichwohl prasselt zurzeit enorm viel auf sie ein:

Sie ringen um Glaubwürdigkeit bei den Medienkonsumenten, die Relevanz ihrer Berichterstattung muss sich im immer dichter werdenden Informationsdschungel und in mitunter weiter schrumpfenden  Nischenmärkten behaupten, die zunehmende Digitalisierung in Verlagen und Medienhäusern erfordert solides Fachwissen und Geschick im Umgang mit multimedialen Techniken und die Bereitschaft, beinahe täglich Neues zu lernen und sich auf aktualisierte Arbeitsabläufe und Aufgaben einzulassen.

Das in einem Volontariat, im Journalistikstudium oder an einer Journalistenschule früher einmal erlernte Handwerkszeug reicht zur erfolgreichen Bewältigung der komplexen Aufgaben in einer Redaktion oftmals nicht mehr aus. Hier hilft nur Fort- und Weiterbildung, in der die eigene Methodenkompetenz erweitert und aktualisiert wird. In Workshops und Seminaren, wo mit viel Praxisbezug der eigene Status überprüft und optimiert werden kann und zudem der Austausch mit teilnehmenden Kollegen aus anderen Häusern den Fokus auf die Sache schärft.

Dazu möchte ich vier Workshops und Seminare empfehlen, die ich in den kommenden Monaten an der Akademie des Verbandes der deutschen Zeitschriftenverleger (VDZ-Akademie) und der Akademie der Bayerischen Presse (ABP) halte:

 

Effizienz in der Redaktion

Los geht’s mit dem VDZ-Seminar „Redaktionen effizient aufstellen und strategisch organisieren“ für Redakteure mit Führungsaufgaben (Chefredakteure und ihre Stellvertreter, Ressortleiter, Team- und Produktionsleiter, redaktionelle Projektleiter, CvD), Redakteure in Vorbereitung für Führungsaufgaben, Redakteure in der crossmedialen Inhalteproduktion sowie Marken- und Produktmanager.

Das sind die Themenschwerpunkte:

  • Prozesse straff und effizient organisieren: Workarounds, Doppelarbeiten, Last- und Produktionsspitzen vermeiden
  • Technische Systeme und Verfahren für Planung und Produktion richtig und konsequent nutzen
  • Kommunikations- und Abstimmungsabläufe in der Redaktion optimieren, standardisieren und kontrollieren
  • Themen von der Themenidee über die Recherche bis zur Aufbereitung und Präsentation crossmedial mit den Tools Perspektivenwechsel, Beitragsmatrix, Storyboard und Timeline anlegen und strukturieren
  • Redaktionelles Know how über Zielgruppen und Kundenkommunikation aufbauen und pflegen
  • Communitybuilding: Interaktion und Kommunikation zur Markenführung nutzen
  • Alleinstellungsmerkmale erarbeiten und ausbauen

Das Seminar findet vom 22. – 24. Februar 2016 in Kassel statt und kann hier gebucht werden.

 

Workflow-Baustellen aufräumen

Welcher Redakteur kennt das nicht: „Verflixt, hat Kollege Müller jetzt gesagt, dass er die Onlinemeldung übernimmt, oder nicht? Mist, ich mache sie sicherheitshalber einmal…“
Das muss nicht sein. Schluss mit ungenauen Absprachen, Doppelarbeiten und Workarounds! Klare und eindeutige Aufgabenzuordnungen und Arbeitsabläufe können verhindern, dass die organisatorischen Baustellen in der Redaktion überhand nehmen. Dazu bietet die ABP das Seminar „Workflow- und Qualitätsmanagement“ für Ressortleiter, CvD, Chefredakteure und ihre Stellvertreter, Journalisten mit Führungsverantwortung oder solche, die sich auf Führungsaufgaben vorbereiten wollen, an.

Das sind die Themenschwerpunkte:

  • Workflow-Analyse und Muster-Abläufe
  • Journalistische Qualitätskriterien im Workflow sichern
  • Rollen- und Aufgabenverteilung in Redaktionen
  • Auseinandersetzung mit Arbeitsabläufen in den Redaktionen/Ressorts der Teilnehmer
  • Stellschrauben des Workflow- und Qualitätsmanagements
  • Beispiele erfolgreicher Redaktionsorganisation
  • Wie sich Maßnahmen zur Verbesserung umsetzen lassen

Das Seminar findet am 3. und 4. März 2016 in München statt und kann hier gebucht werden.

 

Der unternehmerisch agierende Chefredakteur

Das Profil des Chefredakteurs, der Chefredakteurin, hat sich erheblich verändert. Er ist nicht nur Kopf der Redaktion, der seinen Titel verantwortet und sein Team führt. Er ist Marken- und Qualitätsmanager, der nach innen und außen unternehmerisch agiert.

Dazu muss er Verfahren, Methoden und Werkzeuge beherrschen: zur Optimierung aller Prozesse, zur Qualitätssicherung der Inhalte in der crossmedialen Produktion, zur Strategiedefinition auf betriebswirtschaftlicher Grundlage sowie zur Weiterentwicklung von Geschäftsmodellen.

„Die Kür ist schön, bei allem muss zunächst jedoch die Pflicht erledigt werden“: Dazu veranstaltet die VDZ-Akademie das Seminar „Der unternehmerische Chefredakteur“ für Chefredakteure und Chefredakteurinnen sowie ihre Stellvertreter, Ressortleiter, Redaktionsmanager und CvD, Redakteure in Vorbereitung auf Führungsaufgaben und Produktmanager.

Das sind die Themenschwerpunkte:

  • Analyse, Reorganisation und Optimierung redaktioneller Produktions- und Kommunikationsprozesse
  • Personalführung und -entwicklung in der Redaktion
  • Qualitätsmanagement: Definition des zielgruppenspezifischen Qualitätsbegriffs
  • TQM in der crossmedialen Inhalteproduktion
  • Kundenorientierung und Marktpositionierung in Zeiten der veränderten Mediennutzung
  • Strategie- und Analysemethoden zur Status- und Zieldefinition von Medienprodukten
  • Analyse und Entwicklung von Geschäftsmodellen
  • Innovationsmanagement
  • Redaktionsbudget und Kostenoptimierung

Als Zusammenfassung und zur Dokumentation der Lehrveranstaltung wird allen Teilnehmern ein wertvolles Handbuch mit 20 Verfahren und 80 Werkzeugen für die Arbeit in der Praxis zur Verfügung gestellt.

Das Seminar findet vom 27. bis 29. Juni 2016 in Göttingen statt und kann hier gebucht werden.

 

Wenn sich alles verändert, brauchen Redaktionen eine professionelle Change-Management-Strategie

„Panta rhei“ aphorisierte der Grieche Heraklit und bezeichnete damit den ständigen und wechselhaften Fluss der Ereignisse. Dass „alles fließt“, gilt selbstredend auch – oder gerade – für die redaktionelle Produktion, die sich infolge der zunehmenden Bedeutung digitaler Medien zurzeit tiefgreifend verändert.

„Schulze, schreib doch auch mal was für die Website!“ Nach diesem Prinzip kann die Beauftragung von Redakteuren, die bisher vorwiegend für ein oder mehrere Printprodukte tätig waren, heute nicht mehr funktionieren. Themen für verschiedene Medienkanäle aufzubereiten und crossmedial zu publizieren ist ein komplexer Prozess und erfordert System und Methode auf der Grundlage einer Change-Management-Strategie und eines Projektmanagements. Workflows für die crossmediale Aufbereitung und Distribution der redaktionellen Inhalte müssen ebenso definiert werden wie die richtigen Tools und Verfahren sowie die Aufgaben und Funktionen der Redakteure.

Das sind die Themenschwerpunkte:

  • Design des Projektmanagements: Team und Führung, Phasen, Milestones, Timeline, Budgets
  • Identifikation der Verfahren und Werkzeuge im Change-Management-Prozess: Tools für Analyse (Statuscheck),  Ziel- und Strategiedefinition, Messtechniken für die Evaluation
  • Rahmenbedingungen des Marktes: Wettbewerbsanalyse und Potenzialabschätzung
  • Technische Voraussetzungen: Systeme, Verfahren und Tools für eine effiziente crossmediale Inhalteproduktion
  • Personelle Voraussetzungen und Anforderungsprofile: Funktionen, Aufgaben und Qualifizierung der redaktionellen Mitarbeiter
  • Themenmanagement: Beitrags- und Channelmatrix, Storyboard, Timeline
  • Definition und Organisation künftiger Workflows
  • Evaluation: quantitative und qualitative Messgrößen

Das Seminar findet am 19. und 20. September 2016 in Hamburg statt und kann hier gebucht werden.

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