Ah, Wochenende!

Wie freuen uns darauf, und was nehmen wir uns immer alles vor… Jedenfalls für die freien Stunden, die übrig bleiben: nach dem Einkauf am Samstagvormittag, nachdem wir Körbe, Kisten und Taschen aus dem Kofferraum gezerrt und die Treppen hinauf geschleppt, den Einkauf im Kühl-, Eis- und Vorratsschrank verstaut und kurz gerastet haben. Feierabend! Ach nein: Die Wäsche muss aufgeräumt, die Küche geputzt und das Bad gewienert werden. So, jetzt sieht’s nicht mehr aus wie bei Hempels unterm Sofa. WOCHEN-ENDE!

Ja, denkst du! Und was ist dem Schreibtisch? Da türmen sich Sammelmappen, Notizzettel, Zeitschriften, Fachartikel… Auch hier ein wenig für Ordnung und Überblick zu sorgen, wäre nicht schlecht. Also, auf geht’s!

Das Chaos ist gelichtet

Stunden später (du Nerd – N.E.R.D., draußen ist das schönste Wetter!), hast du fertig. Das Chaos ist gelichtet. Bis auf eine fette Bücherkiste, die schwitzende Picke-Packe-Jungs beim letzten Umzug das Treppenhaus hinauf gewuchtet und schnaubend unter den Schreibtisch geboxt hatten. Da stand sie bis heute, bog schwergewichtig die Dielen – und wartete auf ein sonniges Wochenende.

Glück gehabt! Der Inhalt der Kiste schickt auch ins Arbeitszimmer ein paar Sonnenstrahlen und erinnert daran, dass harte Arbeit auch vergnüglich sein kann. „Latein für Führungskräfte“: ein Buchprojekt für „WirtschaftsWoche“ und den Wiener Verlag Linde International, das nach seinem Erscheinen 140 Beiträge in einem Onlineforum des Verlags bescherte. Der Mainstream: Glaubt heute wirklich noch jemand daran, Mitarbeiter mit lateinischen Lehr- und Nährsätzen wie „Quae nocent, docent“ (Was schadet, lehrt – Aus Fehlern lernt man) beeindrucken zu können? In welcher Welt leben wir denn? Latein –  „für Führungskräfte“?
Nun gut, hier wurde die Satire zur Realsatire.

Chocolate Crunchies oder Schokoladenknusperchen?

Wenn sich das Top-Management von globalisierten Konzernen nicht mit mir auf den Nutzwert lateinischer Arbeitsanweisungen einigen konnte, so herrschten wenigstens bei meinem Versuch, mit Phrasendresch, Hohlwörtern und Plastikdeutsch Schluss in den Vorstandsetagen zu machen, Zustimmung und Einsicht. „Hier werden Sie Deutsch gelernt“: Diese Publikation trieb doch dem ein oder anderen CEO und seinen Marketern Schamesröte ins Gesicht. Zumal die Beweisführung, dass sich „Glückliche Schokoladenknusperchen“ in Deutschland tausend Mal besser verkaufen lassen als dämlich-denglisch gebrandete „Happy Chocolate Crunchies“. Quod erat demonstrandum (was zu beweisen war)…

Aber jetzt ist wirklich Wochenende – und: Glücklich ist jener, der fern von Geschäften ist (Beatus ille, qui procul negotiis).

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